Handwerk & KleingewerbePauschalpreis oder Stundenlohn: Welches Abrechnungsmodell passt?

Pauschalpreis oder Stundenlohn: Welches Abrechnungsmodell passt?

Ob du einen Auftrag pauschal oder nach Stunden abrechnest, wirkt sich auf dein Risiko, deine Kalkulation und das Vertrauen deiner Kunden aus. Die wichtigsten Unterschiede im Überblick.

Zuletzt aktualisiert am 20.09.2026

Pauschalpreis: Planungssicherheit für den Kunden

Ein Pauschalpreis gibt dem Kunden von Anfang an Planungssicherheit – unabhängig davon, wie lange die Arbeit tatsächlich dauert, trägst du als Betrieb das Risiko von Verzögerungen oder unerwartetem Mehraufwand. Dafür kannst du bei effizienter Arbeit die Marge behalten.

Stundenlohn: fair bei unklarem Aufwand

Beim Stundenlohn zahlt der Kunde genau das, was tatsächlich an Arbeitszeit anfällt. Das ist fair bei Aufträgen, deren Umfang vorher schwer abzuschätzen ist – etwa Fehlersuche oder Reparaturen –, kann beim Kunden aber Unsicherheit über die Gesamtkosten auslösen.

Faustregel

  • Pauschalpreis eignet sich, wenn Arbeitsumfang und Material klar planbar sind, zum Beispiel bei einer Neuinstallation nach Plan.
  • Stundenlohn eignet sich, wenn der Aufwand vorab schwer einzuschätzen ist, etwa bei Reparaturen, Fehlersuche oder Sanierung im Bestand.
  • Eine Mischform – Pauschalpreis mit definiertem Stundenkontingent, darüber hinaus Stundenlohn – kombiniert Planungssicherheit mit Absicherung gegen Mehraufwand.
Dieser Beitrag bietet eine allgemeine, praxisnahe Einordnung und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten Streitfällen oder größeren Aufträgen empfiehlt sich eine Rechtsberatung.

Für beide Modelle gilt: Ein realistischer Stundensatz ist die Grundlage jeder Kalkulation – auch ein Pauschalpreis im Angebot sollte auf einer ehrlichen Stundenschätzung basieren, damit am Ende die Marge stimmt.

Nächster Schritt

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Häufige Fragen zu Pauschalpreis und Stundenlohn

Darf ich bei einem Pauschalpreis nachträglich mehr verlangen?

In der Regel nur, wenn sich der vereinbarte Leistungsumfang nachträglich ändert, etwa durch zusätzlich gewünschte Arbeiten, und das schriftlich festgehalten wird. Für den ursprünglich vereinbarten Umfang gilt normalerweise der Pauschalpreis; Ausnahmefälle (z. B. bei besonderen Vertragsformen) klärst du am besten mit einer Rechtsberatung.

Wie schütze ich mich beim Stundenlohn vor Vertrauensverlust?

Transparente Zeiterfassung und regelmäßige Zwischenstände helfen: Der Kunde sieht, wofür die Stunden anfallen, statt am Ende nur eine Gesamtsumme zu erhalten.

Kann ich beide Modelle kombinieren?

Ja. Üblich ist zum Beispiel ein Pauschalpreis für den planbaren Kern des Auftrags plus Stundenlohn für zusätzlich entdeckten Aufwand – das sollte vorab klar vereinbart werden.