Kurz gesagt: Ein Angebot ist ein verbindlicher Preis. Ein Kostenvoranschlag ist eine unverbindliche Schätzung. Beide beschreiben eine Preisauskunft vor Auftragsbeginn, unterscheiden sich aber in der Verbindlichkeit:
| Angebot | Kostenvoranschlag | |
|---|---|---|
| Verbindlichkeit | verbindlich | unverbindliche Schätzung |
| Preis nach Annahme | gilt wie genannt | kann abweichen |
| Geeignet für | klar planbare Aufträge | Aufträge mit unklarem Umfang |
| Bei höheren Kosten | Nachtrag nur bei Zusatzleistungen | Kunden rechtzeitig informieren |
Was ist ein Kostenvoranschlag?
Ein Kostenvoranschlag (kurz KVA, auch Kostenanschlag) ist eine fachkundige Schätzung der voraussichtlichen Kosten für eine Leistung. Er nennt den erwarteten Preis, garantiert ihn aber nicht.
Ist ein Kostenvoranschlag bindend?
Nein, in der Regel nicht. Ein Kostenvoranschlag ist unverbindlich, es sei denn, der Betrieb sagt ausdrücklich zu, dass der Preis garantiert ist. Übersteigen die Kosten die Schätzung wesentlich, muss der Betrieb den Kunden unverzüglich informieren, und der Kunde kann den Vertrag unter Umständen kündigen (§649 BGB).
Angebot: verbindlicher Preis
Ein Angebot ist eine verbindliche Erklärung: Nimmt der Kunde es an, gilt der genannte Preis – Abweichungen sind nur in engen Grenzen möglich, etwa bei nachträglich vom Kunden gewünschten Zusatzleistungen.
Kostenvoranschlag: unverbindliche Schätzung
Ein Kostenvoranschlag ist dagegen grundsätzlich unverbindlich – er ist eine fachkundige Schätzung, keine Preisgarantie. Stellt sich während der Arbeit heraus, dass die tatsächlichen Kosten deutlich höher liegen, sollte der Betrieb den Kunden darüber informieren, bevor er weiterarbeitet.
Was heißt unverbindlicher Kostenvoranschlag?
Ein Kostenvoranschlag ist in der Regel unverbindlich. Du garantierst den Preis nicht und der Kunde ist nicht verpflichtet, den Auftrag zu erteilen. Die Schätzung muss aber sorgfältig und nachvollziehbar sein. Eine bewusst zu niedrige Schätzung kann Ärger und im Streitfall Schadensersatzforderungen nach sich ziehen.
Was bedeutet "deutlich höher"?
Wie stark die tatsächlichen Kosten vom Kostenvoranschlag abweichen dürfen, ohne dass eine Informationspflicht entsteht, ist nicht als fester Prozentsatz geregelt und hängt vom Einzelfall ab. In der Praxis gilt: im Zweifel lieber zu früh als zu spät informieren.
Was bedeutet Kostendach?
Ein Kostendach ist eine vereinbarte Obergrenze für die Kosten eines Auftrags. Der Preis kann bis zu diesem Betrag nach Aufwand abgerechnet werden, aber nicht darüber hinaus, ohne dass der Kunde vorher zustimmt. Ein Kostenvoranschlag mit Kostendach ist damit verbindlicher als eine reine Schätzung, ohne ein Festpreisangebot zu sein. Wichtig ist, dass die Obergrenze schriftlich festgehalten wird.
Was gehört in ein Angebot oder einen Kostenvoranschlag?
- Name und Anschrift von dir und deinem Kunden
- Datum und, bei einem Angebot, die Bindungsfrist („gültig bis …“)
- Beschreibung der Leistung mit Menge und Material
- Preis je Position und Gesamtpreis, mit oder ohne Umsatzsteuer
- Beim Kostenvoranschlag der Hinweis „unverbindlich“, bei einem Kostendach die Obergrenze
- Zahlungsbedingungen und voraussichtlicher Zeitraum
Welche Variante für welchen Auftrag?
Für klar kalkulierbare Aufträge – bekannter Materialbedarf, planbare Arbeitszeit – bietet sich ein verbindliches Angebot an, das schafft Vertrauen beim Kunden. Bei Aufträgen mit unbekanntem Umfang, etwa Reparaturen mit ungewissem Schadensbild, ist ein Kostenvoranschlag oft die ehrlichere Wahl, weil er die Unsicherheit offen benennt. Die Grundlage für beide Varianten ist derselbe realistische Stundensatz.