Kurzantwort: So sieht eine Kleinunternehmer-Rechnung aus
Eine Rechnung als Kleinunternehmer enthält dieselben Pflichtangaben wie jede andere Rechnung, nur ohne Umsatzsteuer, dafür mit einem Hinweis auf §19 UStG. Zum Kopieren:
„Gemäß §19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“
Dazu gehören Name und Anschrift beider Seiten, Steuernummer, Rechnungsdatum, eine fortlaufende Rechnungsnummer, die Leistungsbeschreibung und der Endbetrag. Details und ein Muster findest du unten.
Was ist die Kleinunternehmerregelung?
§19 UStG erlaubt Unternehmern mit geringem Umsatz, auf den Ausweis von Umsatzsteuer zu verzichten. Das vereinfacht die Buchhaltung, bedeutet aber auch, dass kein Vorsteuerabzug möglich ist. Ob die Regelung für dich gilt, hängt von deinem Vorjahresumsatz und deiner Umsatzprognose für das laufende Jahr ab – die Grenzwerte hat der Gesetzgeber zuletzt zum 1. Januar 2025 geändert: Der Vorjahresumsatz darf 25.000 Euro nicht überschreiten, im laufenden Jahr gilt eine Grenze von 100.000 Euro. Prüfe die aktuellen Werte vor der Anwendung beim Finanzamt oder bei deiner Steuerberatung.
Muss ich als Kleinunternehmer überhaupt Rechnungen schreiben?
Ja, in vielen Fällen. Leistest du an ein anderes Unternehmen, musst du auf Verlangen innerhalb von sechs Monaten eine Rechnung ausstellen. Bei Arbeiten an einem Grundstück, etwa Handwerksleistungen am Haus, gilt das auch gegenüber Privatpersonen. Für andere Privatkunden besteht keine allgemeine Pflicht, aber eine Rechnung ist trotzdem sinnvoll, schon als Nachweis für deine Buchführung.
Kleingewerbe oder Kleinunternehmer: Was ist der Unterschied?
Ein Kleingewerbe beschreibt die Größe und Form deines Betriebs, etwa einen Einzelunternehmer ohne Handelsregistereintrag. Die Kleinunternehmerregelung ist dagegen eine Steuerregel nach §19 UStG, die dich von der Umsatzsteuer befreit, solange dein Umsatz unter den Grenzen bleibt. Ein Kleingewerbe kann die Kleinunternehmerregelung anwenden, muss es aber nicht. Und auch andere Unternehmer können Kleinunternehmer sein. Der Hinweis auf der Rechnung hängt nur an der Kleinunternehmerregelung.
Pflichtangaben einer Kleinunternehmer-Rechnung
- Vollständiger Name und Anschrift von dir und deinem Kunden
- Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
- Ausstellungsdatum und fortlaufende, lückenlose Rechnungsnummer
- Menge und Art der gelieferten Leistung
- Rechnungsbetrag (ohne gesonderten Umsatzsteuerausweis)
- Hinweis auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG
Rechnung schreiben im Kleingewerbe: Schritt für Schritt
- Deinen Namen, deine Anschrift und die Steuernummer oben auf die Rechnung setzen.
- Name und Anschrift des Kunden ergänzen.
- Rechnungsdatum und eine fortlaufende Rechnungsnummer vergeben.
- Leistung mit Menge, Art und Leistungszeitraum beschreiben.
- Den Betrag ohne Umsatzsteuer angeben, also einen Endbetrag statt Netto und Brutto.
- Den Hinweis auf §19 UStG, deine Bankverbindung und das Zahlungsziel ergänzen.
Kleingewerbe ist dabei kein steuerlicher Begriff. Entscheidend ist, ob du die Kleinunternehmerregelung anwendest. Nur dann gilt der Hinweis ohne Umsatzsteuer.
Wie lautet der Pflichthinweis?
Üblich ist eine Formulierung wie: „Gemäß §19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“ Der genaue Wortlaut ist gesetzlich nicht bis auf den Buchstaben festgelegt, muss aber unmissverständlich auf die Anwendung der Regelung hinweisen. Gängige Formulierungen sind:
- „Gemäß §19 UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.“
- „Kein Ausweis von Umsatzsteuer aufgrund der Anwendung der Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG.“
- „Kleinunternehmer im Sinne von §19 UStG: Der Rechnungsbetrag enthält keine Umsatzsteuer.“
Wichtig ist, dass auf der Rechnung kein Steuersatz und kein Steuerbetrag steht. Der Hinweis ersetzt beides.
Rechnung ohne Umsatzsteuer: Netto gleich Brutto
Auf einer Kleinunternehmer-Rechnung gibt es nur einen Endbetrag. Du schreibst weder Nettobetrag noch Steuersatz noch Steuerbetrag hin, denn netto und brutto sind für deinen Kunden identisch. Eine Zeile wie „zzgl. 19 % MwSt.“ hat auf dieser Rechnung nichts zu suchen.
Rechnung bis 250 Euro
Bei Rechnungen bis 250 Euro Gesamtbetrag reicht eine vereinfachte Kleinbetragsrechnung. Du brauchst dann weniger Angaben, etwa keine Anschrift des Kunden und keine fortlaufende Nummer, musst aber deinen Namen mit Anschrift, das Datum, die Leistung und den Hinweis nach §19 UStG weiterhin angeben.
Kleinunternehmer und E-Rechnung
Auch als Kleinunternehmer kannst du elektronische Rechnungen (z. B. im ZUGFeRD-Format) erstellen und musst eingehende E-Rechnungen empfangen können. Zur Ausstellung einer E-Rechnung bist du als Kleinunternehmer dagegen nicht verpflichtet, eine Rechnung als PDF oder auf Papier bleibt für dich möglich. Die Kleinunternehmerregelung betrifft die Umsatzsteuer, nicht das technische Rechnungsformat.
Rechnungsnummer: So vergibst du sie richtig
Die Rechnungsnummer muss einmalig und fortlaufend sein. Üblich sind Nummern wie 2026-001, 2026-002 oder RE-0001. Du kannst jedes Jahr neu beginnen oder durchgehend weiterzählen. Wichtig ist nur, dass du dein System beibehältst und jede Nummer genau einmal vergibst. Eine stornierte Rechnung behältst du mit ihrer Nummer und kennzeichnest sie als storniert.
Steuernummer auf der Rechnung: Was gehört hin?
Auf jeder Rechnung muss entweder deine Steuernummer oder deine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer stehen. Als Kleinunternehmer hast du in der Regel nur eine Steuernummer, die dir das Finanzamt zugeteilt hat. Du findest sie auf deinem Steuerbescheid oder im Schreiben zur steuerlichen Erfassung. Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer ist nur nötig, wenn du sie zum Beispiel für Geschäfte innerhalb der EU beantragt hast.
Rechnung als Subunternehmer schreiben
Auch als Subunternehmer schreibst du die Rechnung an deinen Auftraggeber nach denselben Regeln: alle Pflichtangaben plus der Hinweis auf §19 UStG, ohne gesonderten Umsatzsteuerausweis. Bei Bauleistungen können Sonderregeln wie die Umkehr der Steuerschuldnerschaft eine Rolle spielen. Lass das vor der ersten Rechnung kurz mit deiner Steuerberatung klären.
Brauche ich eine Handelsregisternummer auf der Rechnung?
Als Einzelunternehmer oder Kleingewerbetreibender ohne Handelsregistereintrag hast du keine Handelsregisternummer und brauchst auch keine anzugeben. Sie ist keine Pflichtangabe nach dem Umsatzsteuergesetz. Für eingetragene Gesellschaften wie die GmbH gelten zusätzliche Angaben auf Geschäftsbriefen.
Rechnungsmuster zum Ausfüllen
Eine Vorlage mit allen Feldern findest du im Rechnungsmuster für Kleinunternehmer und Kleingewerbe.
Diese Seite ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Stand: Oktober 2026.